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Akut Soll ein Müllofen das Haller Budget sanieren?
Teil 1 / 2 / 3 / 4 / 5
Das in Hall regierende Arbeitsbündnis Rot-Gold will die Stadtwerke sanieren, sucht neue Einnahmequellen und hofft auf den Zuschlag der Müllverbrennungsanlage (MVA). Da das Arbeitsbündnis bekanntlich über die Mehrheit im Gemeinderat verfügt, muss diese Grundsatzerklärung wohl sehr erst genommen werden und nachdenklich stimmen.

Tiroler Tageszeitung vom 14.12.2006
Dies insbesondere deshalb, weil man sich dabei offensichtlich keinerlei Gedanken über die
Auswirkungen
einer solchen Anlage auf die Bevölkerung von Hall gemacht hat.
Denn derzeit liegen nämlich keinerlei veröffentlichte Daten über die voraussichtlich zu verbrennende Müllmenge und Menge der emittierenden Giftstoffe, geschweige denn eine Studie über die Auswirkungen auf die Gemeindebürger, vor.
Rot-Gold glaubt offensichtlich an die verharmlosende Darstellung von Herrn LR DI Hans Lindenberger, aus dessen thermischer Restmüllverbrennung nur ein kleines weißes Wölkchen entweicht.
 Darstellung entnommen aus: LR DI Lindenberger informiert zum Thema: Neue Perspektiven für die Tiroler Abfallwirtschaft
Die Wahrheit sieht leider anders aus. Wollten die Politiker der betroffenen Bevölkerung reines Wasser einschenken, würde die Giftwolke etwas größer und dunkler ausfallen:
 Darstellung der Fakten (Quelle: MVA Bielefeld, Jahresbericht 2004)
Den Zeitungsberichten kann nur entnommen werden, dass es sich um Abfälle jeder Art aus ganz Tirol handeln soll, wobei die Jahresmenge weit über 100.000 Tonnen liegt. Dass dadurch die Belastung der Bevölkerung von ganz Hall durch Schadstoffe enorm gesteigert würde, liegt auf der Hand. Während bereits jetzt durch das Heizkraftwerk jährlich an die 40 Tonnen Schadstoffe (ohne CO2) auf die Bewohner verteilt werden, würde diese Menge zumindest verdoppelt werden! Durch die bei der Müllverbrennung notwendigen hohen Temperaturen entstehen im übrigen mehr giftige Stickstoffoxyde und zusätzlich auch hochgiftige und krebserregende Gase, wie Dioxin, deren komplette Abfilterung nicht möglich ist.
Bei Inbetriebnahme dieses Werkes haben die Verantwortlichen im übrigen hoch und heilig versprochen, dass auf ewige Zeiten nur reines Holz verheizt werden soll!
Während dieses Werk nur in der Heizperiode in Vollbetrieb ist, würde eine MVA das ganze Jahr, also auch dann, wenn die Schadstoffbelastungen ohnedies an der Grenze sind, in Vollbetrieb laufen.
Zudem müssten die Befürworter doch wissen, dass die zulässigen Immissionsgrenzwerte bereits seit Jahren überschritten werden
(siehe: unseren Artikel v. 3.4. 2006) und die Genehmigung von Anlagen, die diese erhöhen würden, nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung unzulässig ist.
Die Befürworter werden wohl wieder damit argumentieren, dass bei der heutigen Technologie die Schadstoffe so verringert und verdünnt werden, dass die Auswirkungen minimal, zumutbar und nicht gesundheits- schädlich sind; d.h. die Schadstoffe werden so hoch hinauf geblasen und km-weit verteilt, dass Hall und die Umgebung auf ewige Zeiten mit einer Giftwolke bedeckt wird und- gerechterweise- auch die Befürworter damit bedacht werden.
Zudem steht wirtschaftlich auch in Frage, wie die gewonnene enorme Wärmemenge außerhalb der Heizperiode verwertet werden soll. Diese in Kälte umzuwandeln (wer sollte solche Mengen Kälte benötigen?), wie dies StR. Hannes Margreiter meint, kann wohl nur ein vorgezogener Faschingsscherz sein!
Die Bevölkerung wird man wohl mit einer Verbilligung der Heiz- und Stromtarife ködern wollen; aber das hat es auch vor der GR-Wahl schon gegeben und was ist daraus geworden?

Versprechen vor der Gemeinderatswahl 2004: Wahlwerbung „Für Hall“

Fakten nach der Gemeinderatswahl 2004: Mitteilung Stadtwerke Hall in Tirol vom 20.12.2006
Angesichts dieser Tatsachen betrachten wir diesen Müllofen-Vorstoß als Anschlag auf die Gesundheit der bei Verwirklichung des Vorhabens betroffenen Bürger/innen und können diesen nur- fein ausgedrückt- als verantwortungslos bezeichnen.
Spätestens jetzt können sich die Gemeindebürger/innen ein Bild davon machen, wie viel den Befürwortern ihre Gesundheit und die ihrer Kinder wert ist, nämlich so viel, dass man die einstige Goldgrube Stadtwerke, die nun anscheinend ein Sanierungsfall ist, sanieren kann. (Dies bedürfte einer eigenen Erörterung!)
Wir lassen aber unsere Gesundheit nicht für ein paar Silberlinge verkaufen und werden uns mit allen legalen Mitteln zur Wehr setzen.
Der Unmut in der Bevölkerung über dieses Ansinnen nimmt schon täglich zu und es formiert sich bereits eine Bürgerbewegung gegen ein solches Weihnachtsgeschenk; die Befürworter sollten darauf achten, dass sie den Unmut nicht zum Kochen bringen!
Die Gemeindebürger/innen sollten sich in jedem Fall die so sorglos, ja fahrlässig agierenden Personen bis zur nächsten Wahl vormerken.
Es wäre nun auch höchste Zeit, dass sich die verantwortungsbewussten Mandatare von diesem Vorhaben deutlich distanzieren, wie dies einige bereits getan haben.
Denen, die dies nicht tun, empfehlen wir als Weihnachtlektüre das Immissionsschutzgesetz- Luft, die Gewerbeordnung, insbesondere die Bestimmungen über die Umweltverträglichkeitsprüfung, und hoffen, dass sie sich noch bekehren lassen.
Trotzdem wünschen wir unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest!
Teil 1 / 2 / 3 / 4 / 5
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